Pfadnavigation
Startseite
Sport- & Medieninfo
Nachrichtenarchiv
Paralympische Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft aus Sicht des ÖPC
Seitenansicht anpassen
Paralympische Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft aus Sicht des ÖPC
In diesem Jahr – nach unvergesslichen Paralympischen Winterspielen in Vancouver – feiert die Paralympische Familie zwei weitere wichtige Meilensteine ihrer Bewegung und Geschichte: das 50-jährige Jubiläum der Paralympics Rom 1960 und das 10-jährige Jubiläum der Paralympics Sydney 2000.
Österreichische AthletInnen haben seit 1960 erfolgreich an allen Sommer- und Winter-Paralympics teilgenommen und zählen so zu den aktivsten AkteurInnen der beispielhaften Entwicklung des Behindertenleistungssports weltweit .
Bei den Spielen in Rom 1960 gewann das Österreichische Team insgesamt 30 Medaillen – 11x Gold, 8x Silber und 11x Bronze. Die 23 AthletInnen nahmen an den Bewerben in den Sportarten Fechten, Indian Club Throwing, Leichtathletik, Tischtennis und Rollstuhl-Basketball teil.
Obwohl sich die Spiele noch in ihrem frühen Entwicklungsstadium befanden – es durften nur AthletInnen im Rollstuhl an den Wettbewerben teilnehmen - wurden sie für die etwa 400 TeilnehmerInnen aus 23 eLändern zu einem einmaligen und unvergesslichen Erlebnis.
Die Österreichischen Delegationsmitglieder erinnern sich an ein großes und aufregendes Sportevent, an einem Ort wo nur wenige Tage zuvor die Olympischen AthletInnen um Medaillen gekämpft hatten. Abgesehen von der Eröffnungsfeier, bei der etwa 5.000 ZuschauerInnen im Stadium die Feierlichkeiten begleiteten, fand jedoch der Großteil der Wettkämpfe ohne Publikumsinteresse und Medienberichterstattung statt.
40 Jahre später hatten sich viele Dinge verändert und weiterentwickelt, so dass die Sommer-Paralympics in Sydney 2000 einen weiteren Höhepunkt der Paralympischen Bewegung auf dem Weg zur Gleichstellung von Olympischen und Paralympischen Spielen markierten.
Das Österreichische Team (49 AthletInnen) zeigte sich von den 100.000 ZuschauerInnen bei der Eröffnungsfeier im Olympiastadion überwältigt, ebenso von den Zuschauermengen an den einzelnen Wettkampfstätten. Es wurde zwar nicht jede Sportstätte der Olympischen Spiele auch für den jeweiligen Bewerb der Paralympics übernommen, aber die Gesamtorganisation der Spiele, die Logistik, Barrierefreiheit, etc. waren herausragend und vorbildlich.
Eine perfekte Organisation, engagierte Volunteers und die einmalige australische Gastfreundschaft ließen die Spiele in Sydney 2000 so erfolgreich werden.
Neben der Medien-Berichterstattung in Australien selbst, vergrößerte sich auch die nationale Berichterstattung innerhalb Österreichs. Es wurde ausführlicher und regelmäßiger von den Spielen berichtet, als in den Jahren zuvor, so dass die Paralympics endlich als Leistungssport-Veranstaltung angesehen und nicht mehr mit den Special Olympics verglichen wurden. Auch die Erfolge der Österreichischen AthletInnen trugen natürlich dazu bei, dass das Interesse im Land stieg. Ingesamt gewann das Österreichische Team 15 Medaillen, davon 2x Gold, 7x Silber und 6x Bronze.
Die Paralympische Bewegung ist aber nicht am Ende ihrer Entwicklung angelangt – in den folgenden zehn Jahren nutzten die Organisationskomitees, das Internationale Paralympische Committee und auch die Nationalen Paralympischen Komitees die positiven Erfahrungen der Spiele in Sydney, um den Behindertenleistungssport und die Gesamtorganisation der Paralympics noch professioneller werden zu lassen - die Höhepunkte: die Spiele in Peking 2008 und die Spiele in Vancouver 2010.
Inzwischen werden die Paralympics, die speziellen Bedürfnisse der AthletInnen und Delegationen und auch die Paralympischen Ideale wahrgenommen, ernsthaft behandelt und berücksichtigt.
Mit jedem Schritt, jeder organisatorischen Kleinigkeiten bewegen sich die Olympischen und Paralympischen Spiele aufeinander zu und werden immer mehr zu einem Event: zu den „Olympischen und Paralympischen Spielen“. Sportstätten werden inzwischen ‚einfach nur’ adaptiert, so dass sie von Olympischen und Paralympischen AthletInnen gleichermaßen genutzt werden können, abgebaut werden temporäre Bauten erst nach Ende der Paralympics.
Diese Gleichbehandlung führt zu besseren Möglichkeiten der Vermarktung der Paralympics – national wie international. Die tägliche Berichterstattung während der Paralympics „VANCOUVER 2010“ ist nur ein Beispiel der positiven Entwicklung der Anerkennung der Paralympics in Österreich.
Die Paralympics 2012 in London sollen nun den nächsten Meilenstein der Paralympischen Bewegung darstellen. Es werden etwa 4.000 AthletInnen aus 150 Ländern erwartet, die in 20 Sportarten um die begehrten Medaillen kämpfen werden. Das Organisationskomitee (LOCOG) verfolgt den ehrgeizigen Plan, die Spiele in Peking und Vancouver in jeder Hinsicht zu übertreffen, die Nationalen Paralympischen Komitees müssen ihre nationale Arbeit den aktuellen Standards und Erwartungen anpassen und natürlich müssen vor allem die AthletInnen ihren eigenen Leistungssport-Ansprüchen gerecht werden.
© Österreichisches Paralympisches Committee, Adalbert-Stifter-Str. 65, 1200 Wien, Österreich
Das Österreichische Paralympische Committee (ÖPC) wurde 1998 mit der Zielsetzung gegründet, qualifizierten SportlerInnen die Teilnahme an den internationalen Wettbewerben - den Paralympics - zu ermöglichen. Die wichtigste Aufgabe ist die finanziellen Voraussetzungen für die Teilnahme der österreichischen SportlerInnen zu schaffen und ihnen die bestmögliche Betreuung zu bieten.
Die Faszination über die konstant hohen Leistungen der SportlerInnen in der Öffentlichkeit, die finanzielle Unterstützung der Sponsoren und das große Engagement der MitarbeiterInnen machen es möglich, dass sich LeistungssportlerInnen mit Behinderung auch weiterhin den Herausforderungen der Paralympischen Spiele stellen können.
Bei den bisherigen Paralympischen Spielen haben unsere AthletInnen insgesamt 208 Gold-, 225 Silber- und 223 Bronzemedaillen für Österreich gewonnen!
zum Seitenanfang

