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Am 1.1.2015 trat die Novelle des neuen Anti-Doping-Bundesgesetzes in Kraft. Das österreichische Anti-Doping Bundesgesetz und die NADA Austria erfüllen damit alle Bestimmungen des seit 1. Jänner 2015 gültigen Welt-Anti-Doping-Codes. Der Welt-Anti-Doping-Code (WADC) ist das von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) herausgegebene, grundlegende und generelle Dokument, auf dem das Welt-Anti-Doping-Programm aufgebaut ist und regelt u.a. die Definition von Doping, die Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen und deren Sanktionierung, die Durchführung von Anti-Doping-Verfahren sowie die Kompetenzen und Aufgaben der Unterzeichner des WADC.

 

Die Novellierung bringt folgende wesentliche Änderungen mit sich:

 

1) Umsetzung der Vorgaben des WADC 2015

  • Erhöhung der „Standard-Sperre“ und Ausdehnung der Verjährungsfrist 
    Die Dauer der „Standard-Sperre“ wird von zwei auf vier Jahre erhöht. Gleichzeitig ermöglicht der WADC aber eine größere Bandbreite an Milderungsgründen für außergewöhnliche Umstände. Weiterhin bestehen bleibt die zentrale Pflicht der AthletInnen, dass diese für alles, was sich ihrem Körper befindet, selbst verantwortlich sind.
    Die Verjährungsfrist für Verstöße gegen die Anti-Doping Bestimmungen wurde von acht auf zehn Jahre erhöht. Dadurch können bspw. Proben bis zu zehn Jahre gelagert werden, um zu einem späteren Zeitpunkt mit neuesten Analysemethoden (erneut) analysiert zu werden.
  • Verkürzung des Zeitraums für „Missed Tests“ oder „Filing Failures“
    Um die Gefahr von unabsichtlichen Verstößen gegen die Anti-Doping Bestimmungen zu verringern, zählt nunmehr eine beliebige Kombination von drei „Missed Tests“ oder „Filing Failures“ innerhalb von 12 Monaten (früher 18 Monate) als Verstoß.
  • Intelligence & Investigation
    Entsprechend der Entwicklungen der letzten Jahre wird ein Schwerpunkt auf die Implementierung noch effizienterer Kontroll- und Ermittlungsmöglichkeiten gelegt. Um die weltweite Harmonisierung voranzutreiben, werden engere Vorgaben zur Auswahl der AthletInnen und der anzuwendenden Analysemethoden festgelegt. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen den Anti-Doping Organisationen und den strafrechtlichen Ermittlungsorganen weiter ausgebaut und intensiviert werden.
  • AthletInnen-Umfeld im Fokus
    AthletInnen ist es nunmehr verboten, mit verurteilten TrainerInnen, BetreuerInnen oder FunktionärInnen zu arbeiten. Diese Regelung gilt  einerseits für die Dauer einer allfälligen sportrechtlichen Sperre andererseits aber auch für straf- oder standesrechtliche Verurteilungen für einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren. Zudem können Personen, die Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen unterstützen, fördern oder vertuschen, sanktioniert werden.

2) Klare Trennung zwischen NADA Austria, ÖADR und USK
Bei den Aufgaben der NADA Austria, der unabhängigen Österreichischen Anti-Doping Rechtskommission (ÖADR) und der Unabhängigen Schiedskommission (USK) wurde eine klarere Trennung vorgenommen. Zudem wurden die Abläufe der Anti-Doping Verfahren verändert, um dem Grundsatz der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit besser zu entsprechen. So ist es bspw. der USK möglich, gerichtliche Rechtshilfe in Anspruch zu nehmen, um nicht-kooperative Zeugen zu befragen und Verfahren zu beschleunigen.

3) Risikoabschätzung beim Nationalen Testpool
Bei der Zusammenstellung der beiden Segmente des Testpools (Topsegment und Basissegment) erfolgt eine sportartbezogene und individuelle Risikoabschätzung durch die NADA Austria. SportlerInnen im Topsegment müssen neben der auch im Basissegment geforderten Bekanntgabe der täglichen Übernachtungsadresse und regelmäßiger Aktivitäten (z.B. Training, Wettkampf) zusätzlich pro Tag eine Stunde angeben, in der sie jedenfalls für eine Dopingkontrolle zur Verfügung stehen.

4) Ausschluss von Betreuungspersonen
Falls eine Person für mehr als zwei Jahre gesperrt wurde oder in einem straf- oder standesrechtlichen Verfahren für eine Handlung, die einen Anti-Doping-Verstoß dargestellt hätte, sanktioniert wurde, darf diese für die Dauer der Sanktion, mindestens jedoch für sechs Jahre seit der entsprechenden Entscheidung, nicht als Betreuungsperson eingesetzt werden.

5) Fokus auf Prävention
Die Anti-Doping Arbeit dient dem Schutz der sauberen SportlerInnen. Neben dem repressiven Bereich regelt das ADBG auch die Aufgaben und Pflichten der unterschiedlichen Organisationen im Bereich Information und Prävention.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage der NADA sowie der World Anti-Doping Agency.

 

 

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