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Neun Medaillen – das ist die Erfolgsbilanz des ÖPC-Teams von RIO 2016. Mario Bauer wird am Schlusstag im Marathon Fünfter - ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat zieht Bilanz.

Zusammengefasst: Gold und Silber für Dressurreiter Pepo Puch. Silber für den Parakanuten Mendy Swoboda, sowie für die Handbiker Walter Ablinger und Thomas Frühwirth. Bronze für Speerwerferin Natalija Eder, 400-m-Läufer Günther Matzinger, Tischtennisspieler Krisztian Gardos und Brustschwimmer Andy Onea.


 
Die acht Gewinner der insgesamt neun Medaillen auf einem Bild
Hintere Reihe von links: Gardos, Onea, Puch, Swoboda, Matzinger
Vordere Reihe von links: Ablinger, Eder, Frühwirth
Fotos: GEPA Kelemen / Fotostudio Baldauf
 
ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat zieht Bilanz: "Alle NEUNE sind ein Hit! Die Gesamtbilanz des österreichischen Teams bei den Paralympics in Rio ist überaus positiv. Ein Ergebnis, auf das unser Team und unser Land durchaus stolz sein dürfen. Neben den neun Medaillen haben unsere Athleten und Athletinnen eine ganze Reihe persönlicher Bestleistungen geliefert und erfreuliche Top-Ten-Plätze erreichen können, wie z.B. Bill Marinkovic, der beim Diskuswerfen in London Bronze gewonnen hatte, aber in Rio mit plus drei Metern bloß den undankbaren vierten Platz machen konnte. Die größte Überraschung war wohl Mario Bauer, der erst durch den Ausschluss des russischen Teams nachnominiert werden konnte, und beim Marathon am letzten Tag den fünften Platz erreichte. Toll war auch, wie fair und sportlich unsere Athleten bei manchen persönlichen Enttäuschungen reagiert haben. Besonders schön, wie sich alle jeweils mit den Erfolgreichen gefreut haben! Das war vor allem bei den Medaillenfeiern im vom ÖPC geführten und schon traditionell vom Modul bespielten Österreich-Haus spürbar.

ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat (links) mit Sportminister Hans Peter Doskozil auf der Zuschauer-Tribüne beim Tennis
Fotos: GEPA Kelemen / Fotostudio Baldauf

Das Wichtigste ist aber, dass es keine Unfälle und Verletzungen im Team gegeben hat und dass wir alle heil und gesund wieder nach Hause bringen. Die Organisation der Spiele war in Ordnung und viel besser als man es uns vorhergesagt hatte. Die Wettkämpfe waren hervorragend besucht, teilweise sogar ausverkauft. Die Transporte waren bedingt durch die großen Entfernungen in Rio lang, haben aber gut funktioniert. Dank gilt vor allem dem österreichischen Organisationsteam unter der Führung von Generalsekretärin Petra Huber, das viel Geschick und Flexibilität aufgebracht hat, um entsprechend schnell auf sich verändernde Bedingungen zu reagieren und den Sportlerinnen und Sportlern die besten Voraussetzungen für ihre Konzentration auf die Wettkämpfe zu schaffen."

Überraschender Schlusspunkt an der Copacabana

Abschlussbewerb der XV. Paralympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro – und noch ein österreichisches Erfolgserlebnis: Der 34-jährige Mario Bauer belegte beim Marathon an der Copacabana den ausgezeichneten fünften Platz unter 11 Teilnehmern der Behinderungsklasse T46. „Vor einem Monat habe ich noch nichts von dieser Chance gewusst“, strahlte der Niederösterreicher, „Und jetzt bin ich Paralympics-Fünfter!“

Bauer war wegen des Ausschlusses der russischen Mannschaft nachnominiert worden. „Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden“, sagte er. Das angekündigte Privatduell mit dem Schweizer Christoph Frei entschied er klar um 9 Minuten für sich. Insgesamt war es aufgrund der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit kein schnelles Rennen: Alle Zeiten lagen deutlich über den persönlichen Bestleistungen der Läufer, fünf Teilnehmer mussten aufgeben. Bauer lief 2:58,34 und verpasste Bronze somit um 8:37 Minuten. „Aber ich hab mich noch nie nach einem Marathon so gut gefühlt. Die Atmosphäre und die vielen Anforderungen direkt am Strand der Copacabana – das war einfach nur genial.“


 
Marathon-Mann Mario Bauer: Platz 5 beim Marathon an der Copacabana
Fotos: GEPA Kelemen / Fotostudio Baldauf
 
Bauer ist Qualitätstechniker. 1999 war er als 18-jähriger Elektrikerlehrling beim Reparieren einer Ortsbeleuchtung in die Hochspannungsleitung gekommen. Nach dem Unfall musste ihm der rechte Arm oberhalb des Ellbogens abgenommen werden.

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