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Der Vorstand des Internationalen Paralympischen Committees (IPC) hat am 3. September beschlossen, die Suspendierung des Russischen Paralympischen Committees (RPC) bis zum nächsten WADA Meeting im November 2017 aufrechtzuerhalten.

Festgelegt wurde allerdings auch, dass bis dahin die russischen AthletInnen unter bestimmten Voraussetzungen als neutrale TeilnehmerInnen bei den Qualifikationsbewerben für die Paralympics PyeongChang 2018 an den Start gehen dürfen. Betroffen davon sind die Sportarten Ski-Alpin, Snowboard, Ski-Nordisch und Biathlon, für Para-Eishockey ist die Qualifikationsmöglichkeit bereits vorbei.

Diese einstweilige Zwischenlösung soll garantieren, dass die AthletInnen, sollte es ab November zu einem Aufheben der Suspendierung des RPC kommen, an den Paralympics PyeongChang 2018 teilnehmen dürfen. Zusätzlich hofft das IPC, dass diese Maßnahme eine weitere Motivation für das RPC ist, die Wiederaufnahmekriterien so schnell wie möglich zu erfüllen.

Die IPC-Taskforce hat bei der Sitzung am 3. September 2017 deutlich auf die noch zu erfüllenden Wiederaufnahmekriterien verwiesen:

  • Die Finalisierung des RPC-Anti-Doping Reglements, das von der IPC-Taskforce genehmigt werden muss.
  • Die Bestätigung der RPC-Verfassung (Statuten?) durch das IPC-Membership Department.
  • Vervollständigung aller budgetbezogenen Vorgaben zur Wiederaufnahme.
  • Die Bereitstellung und Bestätigung von Informationen bezüglich des Personals im RPC, wie von der Taskforce festgelegt.
  • Bereitstellung weiterer Informationen über die Zusammensetzung des RPC-Vorstandes, wie von der Taskforce festgelegt.
  • Die vollständige Wiederaufnahme der Russischen Anti-Doping Agentur (RUSADA) durch die Internationale Anti-Doping Agentur (WADA).
  • Die Bereitstellung einer offiziellen Antwort durch die russischen Behörden, die die Ergebnisse des McLaren Reports spezifisch und adäquat behandelt.

Nach einer Beurteilung der RUSADA im November durch die WADA und der offiziellen Antwort der russischen Behörden auf den McLaren Report, wird auch das IPC die Situation erneut prüfen, um weitere Entscheidungen zu treffen.

Sir Philip Craven, zum Zeitpunkt der IPC-Taskforce Sitzung noch in seiner Funktion als IPC-Präsident, sieht die Entwicklung sehr positiv: "Sowohl der IPC-Vorstand als auch die IPC-Taskforce sind beeindruckt vom Fortschritt, den das RPC seit der Erstellung der Wiederaufnahmekriterien geleistet hat. Von den noch zu erfüllenden sieben Kriterien glauben wir, dass fünf davon in naher Zukunft erfüllt werden können. Die verbleibenden zwei Kriterien - die Wiederaufnahme der RUSADA und die Anerkennung des bzw. Stellungnahme zum McLaren-Bericht - sind miteinander verknüpft und wir warten gespannt auf die Entscheidung der WADA im November. Im Falle einer Aufhebung der Suspendierung des RPC dürfen auch die Athletinnen und Athleten wieder an den Paralympics teilnehmen. Sollte dies im November der Fall sein, so wollen wir nicht in der Situation sein, den Sportlerinnen und Sportlern die Teilnahme an den Spielen verwehren zu müssen, nur weil sie keine Qualifikationsergebnisse vorweisen können. Wir haben daher bis November 2017 diese Zwischenlösung beschlossen, bei der die russischen Athletinnen und Athleten als neutrale Teilnehmer bei den Qualifikationsbewerben starten dürfen. Meiner Ansicht nach kann es keinen größeren Anreiz für das RPC zur Erfüllung der noch ausständigen sieben Wiederaufnahmekriterien geben."

Andy Parkinson, der Vorsitzende der IPC-Taskforce, lobt die Fortschritte ebenso: "Wir sind besonders erfreut über die jüngsten Verbesserungen im Bereich Anti-Doping-Schulung, die Einführung einer Hotline zur Berichterstattung und verschiedene Verbesserungen und Entwicklungen in Bezug auf Anti-Doping Tests. Noch Bedenken haben wir jedoch hinsichtlich der offiziellen Antwort von Russlands Behörden auf den McLaren Report, welche wiederum ein Kriterium für die Wiedereingliederung der RUSADA in die WADA ist. Wie schon wiederholt von der Taskforce mitgeteilt worden ist, müssen die Ergebnisse von Professor McLaren gezielt angesprochen werden, sei es durch die Anerkennung der Ergebnisse und eine folgende Erklärung zur Beseitigung der Probleme oder durch eine ordnungsgemäße Widerlegung der Erkenntnisse. Das entscheidende Meeting mit der WADA findet bereits in weniger als Monaten statt.“

Sir Philip Craven fügt hinzu, dass im Vergleich zur Suspendierung des RPC vor 13 Monaten, ein signifikanter Wandel in Bezug auf die RPC Anti-Doping-Aktivitäten hinsichtlich Schulung und Anti-Doping Tests bemerkt werden konnte und aus diesem Grund die Erlaubnis für die AthletInnen zur Teilnahme an den Qualifikationsbewerben zustande gekommen, wenngleich auch noch nicht unter der russischen Flagge.

Für eine Teilnahme als neutrale/r Athlet/in müssen bestimmte Teilnahmebedingungen erfüllt werden, wie z.B. das Durchlaufen von Anti-Doping Test in den 6 Monaten vor einer Veranstaltung. Auch dürfen unter keinen Umständen Mitglieder der russischen Regierung oder des RPC-Vorstandes an Veranstaltungen teilnehmen oder diese unterstützen.

Die einstweilige Maßnahme tritt ab sofort bis zur weiteren Überprüfung durch die IPC-Taskforce nach der WADA Entscheidung im November in Kraft und kann dann jederzeit zurückgezogen, aufrechterhalten oder überarbeitet werden.

Textquelle und mehr Informationen unter www.paralympic.org

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