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Die Vorstellung des Paralympic Team Austria wird mit Heike Eder und ihrer besonderen Mission bei den Paralympics fortgesetzt.

Skifahren war schon immer die große Leidenschaft von Heike Eder.

So verschlug es die Vorarlbergerin als Jugendliche wenig überraschend ins Ski-Gymnasium in Stams. Erste Erfolge stellten sich schnell ein, Eder (damals unter ihrem Mädchennamen Türtscher) nahm bereits an FIS-Rennen teil. Ihre Teamkolleginnen damals waren spätere Weltcup-Starterinnen wie Nicole Schmidhofer, Bernadette Schild oder Carmen Thalmann.

Im Alter von 18 Jahren sollte sich für die gebürtige Feldkirchnerin jedoch alles verändern. Sie verletzte sich ausgerechnet bei einem Trainingssturz schwer. „Wir haben Riesentorlauf trainiert, ich habe eigentlich einen unspektakulären Fehler gemacht. Ich bin mit der linken Hand im Tor hängen geblieben, es hat mich verschnitten. Dann bin ich auf einen Betonschacht am Pistenrand, der nicht abgesperrt war, gefallen“, erinnert sich Eder zurück

Vom Rollstuhl zurück auf die Beine

„Ich habe gleich gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich war fast durchgängig bei Bewusstsein und hatte unglaubliche Rückenschmerzen. Ich habe ab der Hüfte abwärts nichts mehr gespürt.“ Bereits am Unfallort stellte sie selbst die Diagnose, die sich später im Krankenhaus bewahrheiten sollte: Querschnittslähmung. Die Lage war äußert ernst, denn nicht nur der Rücken wurde beschädigt. Ein komplizierter Oberschenkelbruch, innere Verletzungen und ein Lungen-Kollaps machten mehrere Operationen nötig.

Doch Eder war schon immer eine Kämpfernatur. Sie arbeitete sich vom Krankenbett in den Rollstuhl und von dort schließlich zurück auf die Beine. Ihre Querschnittslähmung ist inkomplett, die Wahl-Götznerin kann mit Unterstützung gehen. „Bereits wenig später wollte ich unbedingt das Monoskifahren lernen“, sagt sie selbst und beweist damit ihr positives Naturell. Denn aufgeben kam für Eder nicht in Frage. Ihr Motto: „Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.“

Besondere Mission: Es geht um mehr als Medaillen

So lautet ihre neue Leidenschaft seither Monoskifahren. Seit 2014/15 bestreitet Eder wieder Rennen, über den Austriacup und Europacup landete sie schließlich im Weltcup. Mit den Paralympics in Pyeongchang setzte sie sich ein bewusst hohes Ziel – das sie erreicht hat: „Das wird mit Sicherheit ein unvergessliches Erlebnis, hoffentlich auch erfolgreich.“ 

Zwar möchte Eder nicht über mögliche Medaillen-Chancen spekulieren („Primär denke ich nicht daran“), weit weg von der absoluten Weltspitze ist sie aber nicht. Womöglich kann die WM-Fünfte im fernen Osten überraschen und Edelmetall mit nach Hause nehmen. Aber nicht nur Weltcup-Rennen, Siege, Paralympics und Medaillen sind Eder wichtig. Ihr geht es um mehr: „Mein Anliegen lautet: Mich selber weiterentwickeln und behinderten Menschen die Leidenschaft zum Skifahren näherbringen.“


Heike Eder zählt in den Technik-Rennen zum erweiterten Favoritenkreis. (c) GEPA

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