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Die AthletInnen-Vorstellung des Paralympic Team Austria wird mit Snowboarder Reinhold Schett fortgesetzt.

Reinhold Schetts Weg zu den Paralympics ist ein langer. Trotzdem ging am Ende irgendwie alles schnell. Im Jahr 2000 wurde beim gebürtigen Tiroler nach einem Sturz bei einem kleinen Big Air eine inkomplette Querschnittslähmung festgestellt. Er hat die Funktionen unterhalb seiner Knie verloren, kann aber mit Hilfe eines Stocks gehen – und snowboarden.

„Ich war zuerst auf dem Monoski unterwegs, aber nur als Hobby“, erinnert sich Schett an die Anfangszeit zurück. Später wurde er bei der Reha in Bad Häring darauf aufmerksam gemacht, dass auch Para-Snowboarden als Sportart ausgeübt werden kann. Erst vor vier Jahren – mit über 30 Jahren - intensivierte er das Snowboard-Training mit dem Ziel, wettkampfmäßig zu fahren: „Ich war dann bei einer Sichtung. Mir wurde gesagt, dass ich mich über den Europacup hinaufarbeiten muss.“

Rasanter Aufstieg in die Weltspitze

Für Schett eine leichte Aufgabe, denn auf dem „Brett“ fühlt er sich von Beginn an wohl. „Seit dem Unfall habe ich noch viel mehr Verbundenheit mit dem Snowboarden.“ Generell konnte er den Unfall und die Behinderung schnell akzeptieren: „Natürlich war es am Anfang nicht leicht, auch für meine Familie. Es hat mein Leben verändert – aber eher zum Positiven. Ich kann trotz allem auf dem Berg sein, die Geschwindigkeit und das Schwerkraftgefühl genießen.“

In den letzten Jahren legte der Oberösterreicher dann einen rasanten Aufstieg hin. 2015/16 schaffte er es vom Europacup direkt in den Weltcup, 2017 folgten zwei WM-Medaillen im kanadischen Big White (Silber Boarder-Cross, Bronze Banked Slalom). Zwei Weltcup-Siege tragen dazu bei, dass Schett als Mitfavorit nach Südkorea reist.

Medaille als großes Ziel

Auch die Ergebnisse bei den Test-Events in PyeongChang, Schett belegte die Plätze 2 und 4, schmälerten diese Rolle nicht. „Der Kurs selbst wird wahrscheinlich noch ein bisschen adaptiert, aber vom technischen Standpunkt sollte er mir gut liegen“, sagt er verheißungsvoll.

Die Herangehensweise ist klar: „Das Ziel ist eine Medaille, auch wenn es nicht leicht ist. Es ist aber in beiden Disziplinen möglich.“ Beide Bewerbe haben ihren Reiz. Beim Boarder-Cross gefällt Schett das Duell Mann gegen Mann, aber es bestehe stets das Risiko, wegen Fehlern anderer Läufer auszufallen. Im Banked Slalom habe man es mehr selbst in der Hand, da dort die schnellere Zeit entscheidet.

Auf Südkorea freut er sich: „Eröffnungsfeier, Paralympisches Dorf, Bewerbe - ich habe keine Ahnung, wie das alles sein wird, aber ich stelle es mir cool vor.“ Eines steht fest: Reinhold Schett wird die Atmosphäre aufsaugen und genießen, schließlich ist sein Weg zu den Paralympics ein langer.

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