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Am Traunsee fand die erste Eurosaf European Para Inclusion statt, mit Marina Perterer jubelt auch eine Österreicherin über Edelmetall.

Erstmalig wurden die Bewerbe um den Europameisterschaftstitel in der 2.4 mR und Hansa 303-Klasse nicht als Para-Bewerbe, sondern als Inklusionsklassen ausgetragen. Die Freude am barrierefreien Miteinander im Segelsport vereint somit Menschen mit und ohne körperliche Einschränkungen auf Augenhöhe in sportlichem Ambiente und Wettkampf-Kontext.

Austragender Club war der Union Yacht Club Traunsee, wo an fünf Wettkampftagen hochklassiger Segelsport geboten wurde. Aus österreichischer Sicht ist der Vize-Europameistertitel von Marina Perterer in der Hansa 303-Klasse der Damen das Highlight der Woche.

Perterer von Beginn an dabei

Noch bevor die erste Wettfahrt über die Bühne ging, wurde das Premierenevent mit einer schwungvollen Eröffnungszeremonie gestartet. Neben einer traditionellen musikalischen Untermalung liefen Fahnenkinder ein, um die zahlreichen Nationen zu begrüßen und den offiziellen Part der Feier einzuläuten. Neben dem Gmundner Bürgermeister Stefan Krapf statteten auch Petra Huber (ÖPC-Generalsekretärin) Nino Shmueli (Eurosaf Race Official Comittee), Thomas Puxkandl, Gastgeber und Präsident des Union Yacht Club Traunsee, sowie Barbara Prommegger (OeSV-Präsidium) dem Event einen Besuch ab und begrüßten die zahlreichen Athleten feierlich. „Ich bin sehr stolz, so viele Nationen hier begrüßen zu dürfen. Ich wünsche allen Teilnehmern alles Gute und jede Menge Spaß. Ich bin davon überzeugt, dass wir eine gute Zeit haben werden,“ zeigte sich Barbara Prommegger voller Vorfreude auf das Event.

Auch wenn von Beginn an das Wetter nicht ideal war, konnten an allen Tagen Ergebnisse in die Wertung gebracht werden. In der Hansa 303-Klasse zeichnete sich von Beginn weg ein klarer Favorit ab. Der Pole Piotr Cichocki konnte an den ersten beiden Tagen drei von vier Wettfahrten gewinnen. In der Hansa 303-Klasse der Damen war die Österreicherin Marina Perterer von Beginn an im Vorderfeld vertreten. Nach den ersten beiden Wettkampftagen führte sie die Damen-Wertung an. In der 2.4 mR-Klasse zeichnete sich von Beginn an ein spannender Kampf um den Titel ab. Der Italiener Antonio Squizzato führte nach den ersten beiden Wettkampftagen nur zwei Punkte vor dem Deutschen Jürgen Freiheit.

Starke Leistungen

Am dritten Wettkampftag konnten weitere drei Wettfahrten durchgeführt werden. In der Hansa 303-Klasse zog der Pole Piotr Cichocki weiterhin einsame Kreise an der Spitze. Er konnte alle Wettfahrten des Tages für sich entscheiden. In der Damenwertung der Hansa 303-Klasse musste Perterer die Führung an die Polin Olga Górnaś-Grudzień abgeben. Mit nur vier Punkten Rückstand waren allerdings alle Chancen auf den Titel intakt. In der Klasse 2.4 mR lag weiterhin der Italiener Antonio Squizzato an der Spitze des Feldes. Dank eines Wettfahrtsieges und einem zweiten Platz betrug seine Führung auf den Deutschen Bernd Zirkelbach, der an seinem Landsmann Jürgen Freiheit vorbeizog, sieben Punkte.

Die erste Entscheidung fiel bereits am vierten Tag der Regatta und somit noch vor dem abschließenden Medal Race am finalen Samstag. Der Pole Piotr Cichocki konnte erneut alle drei Wettfahrten des Tages gewinnen und lag in der Hansa 303-Klasse bereits uneinholbar an der Spitze. Sein Vorsprung auf den ersten Verfolger, den Franzosen Edouard Champault, betrug bereits 26 Punkte. Bei den Damen konnte Marina Perterer die Plätze sieben, 17 und zwei ersegeln und lag weiterhin auf dem starken zweiten Platz. In der 2.4 mR-Klasse knüpfte der Italiener Antonio Squizzato nicht an die Leistungen der Vortage an. Durch die Plätze sieben, fünf und sechs ging er zwar als Spitzenreiter in das Medal Race, allerdings dicht gefolgt von einem deutschen Quartett.

Perterer holt Medaille

Am letzten Wettkampftag strahlte die Sonne von der Früh weg auf den Union Yacht Club Traunsee. Einzig der Wind blieb über weite Strecken aus, weshalb nur in der 2.4 mr-Klasse das Medal Race gesegelt werden konnte. Der Italiener Antonio Squizzato konnte dieses für sich entscheiden und somit einen letzten Angriff der deutschen Konkurrenz abwehren. Mit 33 Punkten setzte er sich am Ende deutlich vor den beiden Deutschen Bernd Zirkelbach (41 Punkte) und Ulli Libor (44 Punkte) durch.

In der Hansa 303-Klasse konnte aufgrund des fehlenden Windes trotz einiger Versuche kein Medal Race bestritten werden. Bei den Herren war der Pole Piotr Cichocki überlegener Sieger der Regatta. Mit acht Siegen aus neun Wettfahrten war er der Konkurrenz überlegen. Auf den Plätzen folgte der Franzose Edouard Champault (35 Punkte) und mit Waldemar Wozniak (45 Punkte) ein weiterer Pole.

Aus österreichischer Sicht war der zweite Platz von Marina Perterer in der 303-Klasse der Damen das Highlight der Segelwoche am Traunsee. Am Ende musste sie sich nur um sieben Punkte der Polin Olga Górnaś-Grudzień geschlagen geben. Für Perterer ist der zweite Platz jedenfalls ein toller Erfolg.

„Haben alles richtig gemacht“

„Meine Leistungen waren etwas durchwachsen. Einige Wettfahrten waren sehr gut, andere wiederum gar nicht. Aber in Summe bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung,“ zeigte sich Perterer zufrieden. Auf den starken zweiten Platz will sich Perterer definitiv nicht ausruhen, bereits kommende Woche steht das nächste Event auf dem Programm. „Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Regatten. Nächste Woche versuche ich in meinem Heimatklub Velden den Staatsmeistertitel zu verteidigen,“ zeigt sich Marina Perterer optimistisch für die kommenden Herausforderungen.

Parasport-Referent Alfred Sulek: „Es war eine wunderschöne Woche. Wir haben mit der Entscheidung, die Europameisterschaft an den Traunsee zu holen, alles richtig gemacht. Vom sportlichen Standpunkt ist Inklusion genau das Richtige für uns und wir wollen diesen Gedanken auch weiterführen. Dieser Event ist sehr nachhaltig, wir haben schon einige Ideen, um die nächsten Schritte zu machen. Ich freue mich, dass Marina Vize-Europameisterin geworden ist. Unser nächstes Ziel ist, bei der Para-Weltmeisterschaft in Cádiz wieder in die Medaillen-Ränge zu kommen.“

Gemeinsam für Wiederaufnahme mobilisieren

Als Vertreterin des Österreichischen Paralympischen Committees bedankte sich Generalsekretärin Petra Huber im Zuge der Siegerehrung bei den Organisatoren, im speziellen bei Thomas Puxkandl, Gastgeber und Präsident des Union Yacht Club Traunsee, und bei Parareferent Alfred Sulek für die gute Abwicklung der Veranstaltung und ihr Engagement im Para-Sport. Gleichzeitig richtete Petra Huber auch einen Appell an alle teilnehmenden Länder und deren SportlerInnen, um sich gemeinsam für eine Wiederaufnahme der Sportart Segeln in das paralympische Programm einzusetzen.

19 06 03 Segel EM 2019 web

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