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Die TALENT DAYS 2019 waren ein großer Erfolg – Para-Tischtennissspieler Krisztian Gardos zieht ebenfalls ein äußerst positives Fazit.

Krisztian Gardos hat in seiner Karriere bereits zahlreiche Erfolge gefeiert. Sein Weg vom Talent bis hin zum Paralympics-Bronzemedaillengewinner war lange – nun ist es ihm ein Anliegen, etwas zurückzugeben.

Im Interview verrät er, wie es um den Tischtennis-Nachwuchs bestellt ist, warum Vorbilder wichtig sind, wie er die TALENT DAYS 2019 erlebt hat und wie es auf der „Road to Tokyo“ läuft.

Du warst bei beiden Talent Days vor Ort und hast mit den Kindern Tischtennis gespielt – wie lautet dein Fazit?

Krisztian Gardos: Die Frage, wie wir Kinder zum Sport bringen, ist sehr wichtig. Deshalb sind solche Projekte wie die Talent Days unheimlich wertvoll. An beiden Tagen waren sehr viele Kinder in der Halle, sie waren sehr interessiert. Dabei kam der Spaß natürlich nicht zu kurz – was denke ich ganz wichtig ist. Denn es geht nicht nur darum, Sport zu machen, sondern dabei zu lachen und Spaß zu haben.

Wie bist du damals zum Sport gekommen?

Gardos: Ich habe mit vier Jahren begonnen, allerdings mit Tennis. Der Trainer hat uns dann erst einmal mehrere Runden laufen lassen – ab diesem Moment war Tennis für mich Geschichte (lacht). Da meine Eltern auch Tischtennis-Trainer waren, war der Weg in die Halle vorprogrammiert. Es wurde ein „Clan“ daraus, weil mein Bruder Robert auch Tischtennis-Profi ist. Obwohl es der logische Weg war, war es sehr wichtig, gewisse Vorbilder zu haben zu denen ich aufblicken konnte.

Was bedeutet es dir, jetzt selbst als Vorbild aufzutreten und die Kinder vom Tischtennis zu begeistern?

Gardos: Ich habe genau das selbe erlebt. Vor 30, 40 Jahren durfte ich mit Erwachsenen trainieren und mir etwas abschauen. Deshalb will ich auch etwas zurückgeben, das ist für mich selbstverständlich. Ich will ihnen Tipps geben, Dinge beibringen. Wenn man etwas bekommt, muss man auch etwas zurückgeben. Es macht mich stolz, dass ich jetzt in dieser Position bin und mein Wissen weitergeben kann.

Wie läuft es sportlich bei dir?

Gardos: Die Saison ist mittlerweile beendet, Mitte Mai war das letzte Turnier. Es ist wirklich gut gegangen, ich durfte einige Erfolge feiern. Danach ging es in die „Abkühlungsphase“, im Juli folgt nun eine richtige Pause. Im August werde ich in der Vorbereitung Vollgas geben, im September folgt die EM. Dann spiele ich noch zwei, drei Turniere, ehe ich Ende März die Quali für die Paralympics 2020 schaffen will.

Wird die Saisonplanung 2020 aufgrund der Paralympics anders sein?

Gardos: Erst einmal müssen wir die Qualifikation schaffen, aber es wird sicher anders sein. Wir werden uns dann genau ansehen müssen, was wir im Juni, Juli, August machen. Die richtige Planung kann entscheidend sein.

Wie läuft die Qualfilikation für Tokio 2020 ab?

Gardos: Es ist relativ eng, weil die Top-10 der Weltrangliste dabei sind. Momentan bin ich um Position 6, ich darf aber nicht viele Punkte verlieren. Drei Turniere stehen noch aus, die muss ich gut absolvieren.

Du hast bereits Bronze aus Rio in der Tasche, was erwartest du dir von den Spielen 2020?

Gardos: Ich denke Schritt für Schritt. Zuerst muss ich die Qualifikation schaffen, dann sehen wir uns an, was möglich ist. Die Medaille zu wiederholen wäre der Hammer. Eine andere Farbe der Medaille wäre – dazu fallen mir gar keine Worte ein. Aber dieses Ziel hat jeder, alle Spieler wollen es. Deshalb muss man realistisch bleiben und die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen.

Gibt es mögliche Nachfolger von dir im Para-Tischtennis? Wie ist es um die Zukunft bestellt?

Gardos: Ich habe bei den Talent Days viele begabte Kinder gesehen. Viele schnuppern aber gerade erst hinein, es ist ein sehr langer Weg. Wenn sie Leidenschaft für den Sport und Spaß haben, ist das schon einmal eine super Voraussetzung. Erfolgserlebnisse sind auf dem Weg nach oben sehr wichtig, weil sie Motivation bringen. Ich kann nur allen sportbegeisterten Kindern raten, dranzubleiben. Es zahlt sich aus!

 

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