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Henriett Koósz und Brigitte Seyer bestritten von 7. bis 10. April in Konya/Türkei ihr erstes internationales Para-Badminton-Turnier.

Für die beiden ehemaligen Rollstuhltennisspielerinnen - Henriett Koósz nahm an den Paralympics 2012 teil, Brigitte Seyer war Vizestaatsmeisterin 2010 und 2015, zudem formierten sie ein Doppel und konnten drei internationale Doppeltitel - galt dieses Turnier als erste Standortbestimmung.

Para-Badminton SpielerInnen können an den Bewerben Einzel (Männer/Frauen), Doppel (Männer/Frauen) und Mixed-Doppel teilnehmen. Es ist wichtig anzumerken, dass SpielerInnen in sogenannte Sport Klassen eingeteilt werden, um Fairness zu gewährleisten. Hierbei unterscheidet man sechs Klassen (Wheelchair Sport Classes - WH 1 and WH 2; Standing Sport Classes - SL 3, SL 4 and SU 5 und Short Stature Sport Class - SS 6). Brigitte Seyer und Henriett Koósz mussten sich in Konya dieser Klassifizierung unterziehen. Henriett Koósz wird in Zukunft in der Klasse WH 1 an den Start gehen, Brigitte Seyer wird sich mit WH 2-Spielerinnen messen. Henriett Koósz spielte bei diesem Turnier im Damen-Einzel und im Mixed-Doppel mit dem Schweizer Christian Hamböck. Brigitte Seyer startet im Damen-Einzel und im Mixed-Doppel mit dem Polen Jakub Tomasz Sikorski. Zudem treten sie gemeinsam im Damen-Doppel an.

Beide ÖBV-Spielerinnen lieferten im Damen-Doppel gute Leistungen ab

Im Damen-Doppel hatten Henriett Koósz und Brigitte Seyer drei Gruppenspiele zu bestreiten. Gleich im ersten Spiel gegen die an Position zwei gesetzte Paarung Heidi Manninen/Emine Seckin (FIN/TUR) schaute es zu Beginn nach einer Überraschung aus - die beiden Österreicherinnen konnten im ersten Satz eine deutliche Führung herausspielen, mussten sich am Ende jedoch geschlagen geben. 
Im zweiten Spiel gab es erwartungsgemäß wenig zu holen. Das Schweizer Top-Duo Sonja Häsler und Karin Suter-Erath (beide Top 5 Spielerinnen in der Welt) setzte sich mit 21:7 und 21:8 durch. 
Im letzten Gruppenspiel gegen Mine Korkmaz und die Weltklassespielerin Narin Uluc aus der Türkei spielten die zwei Österreicherinnen im ersten Durchgang mit, verloren 14:21, der zweite Satz ging mit 21:11 an das Duo aus der Türkei.

„Henriett und Brigitte erbrachten gute Leistungen, wenn man bedenkt, dass es ihr erstes internationales Para-Badminton-Turnier war. Gerade beim ersten internationalen Turnier herrscht natürlich immer eine Anspannung, die sie jedoch im Laufe der Spiele ablegen konnten“, so Michael Dickert, der die beiden Österreicherinnen vor Ort betreute.

Brigitte Seyer erreichte im Damen-Einzel das Viertelfinale

Im Damen-Einzel stiegen jeweils die beiden topplatzierten SpielerInnen der drei Dreiergruppen in die K.o.-Phase auf. Brigitte Seyer musste sich der Weltklassespielerin Narin Uluc aus der Türkei in zwei Sätzen beugen, ging jedoch gegen die Finnin in einem wahren Krimi mit 21:15, 18:21 und 21:19 als Siegerin vom Platz und stieg in die Runde der letzten acht Spielerinnen auf. Dort traf sie auf die Weltranglisten-6. Sonja Häsler - die Schweizerin gewann glatt in zwei Sätzen.
Henriett Koósz wurde in eine Gruppe mit den beiden Weltklassespielerinnen aus der Schweiz Karin Suter-Erath und Sonja Häsler gelost. Erwartungsgemäß musste sich Henriett Koósz den Schweizerinnen geschlagen geben, verkaufte sich aber vor allem gegen Sonja Häsler im zweiten sehr Satz toll und konnte sogar in Führung gehen. 

„Für Henriett war es natürlich sehr schwer in der Gruppe mit den beiden Schweizerinnen. Brigitte hat gegen ihre finnische Gegnerin die Nerven behalten und das Match am Ende knapp für sich entscheiden können. Im Viertelfinale war Sonja Häsler außer Reichweite. Wir nehmen von diesen Partien einiges mit und werden im Training speziell weiter darauf den Fokus setzen“, sagte Michael Dickert.

Erneuter Viertelfinaleinzug für Brigitte Seyer im Mixed-Doppel

Brigite Seyer ging mit dem Polen Jakub Tomasz Sikorski an den Start. In ihrem ersten Gruppenspiel mussten sie sich dem Weltklasse-Duo David Toupe/Sonja Häsler (FRA/SUI) glatt geschlagen geben. Im zweiten Gruppenspiel lieferten Seyer/Sikorski eine Überraschung, schlugen die türkische Paarung Hazret Korkmaz und Mine Korkmaz in drei Sätzen und stiegen ins Viertelfinale auf. Dort war allerdings gegen Avni Kertmen und Emine Seckin aus der Türkei Endstation.
Henriett Koósz spielte mit dem Schweizer Christian Hamböck, boten in ihrem ersten Gruppenspiel gegen Thomas Wandschneider/Cynthia Mathez (GER/SUI) eine ansprechende Leistung, in ihrem zweiten Spiel gegen Avni Kertmen/Emine Seckin gab es wenig zu holen - Koósz/Hamböck unterlagen in zwei Sätzen. 

„Dafür, dass Henriett und Brigitte erst seit ca. einem Jahr Para-Badminton trainieren, ist die Leistung hoch einzuschätzen. Ich bin sehr stolz auf beide. Es freut uns natürlich, dass es am Ende auch noch zwei Viertelfinali wurden. Es war eine wertvolle Erfahrung gegen WeltklasseathletInnen zu spielen, zu sehen, was möglich ist und wohin es gehen kann“, ist Michael Dickert von dieser ersten internationalen Turnierteilnahme begeistert.

Zahlreiche Para-Badminton-Aktivitäten in Österreich

Vieles hat sich in Österreich in Sachen Para-Badminton getan. Neben der Teilnahme am ersten internationalen Para-Badminton-Turnier in Konya/Türkei fand im Oktober 2014 das erste Para-Badminton-Turnier in Österreich statt. Im Dezember 2015 kam das zweite nationale Para-Badminton-Turnier zur Austragung. Im gleichen Monat nahm der ÖBV am ersten Para-Badminton-Ausbildungskurs von Badminton Europe in Holland teil.
Im Februar fand in der Wiener Stadthalle im Rahmen der Austrian Open das erste Länderspiel Österreich - Deutschland statt. Zudem bietet der ÖBV seit letztem Jahr ein regelmäßiges Training für Para-Badminton-SpielerInnen an, seit einigen Wochen gibt es das zusätzliche Angebot, Para-Badminton bei WBH Wien auszuüben. Weitere Maßnahmen sind geplant, um die Sportart voranzutreiben.

Para-Badminton in Österreich, Kontakt:

Österreichischer Badminton Verband (ÖBV)
Michael Dickert, MSc.
TEL: 0676/3138709
E-MAIL: dickert@badminton.at

Henriett Koósz und Brigitte Seyer in Konya/Türkei beim internationalen Para-Badminton Turnier
Brigitte Seyer und Henriett Koósz (Bildmitte) nach ihrem Vorrundenspiel im Damen-Doppel gegen das Weltklasse-Duo aus der Schweiz Sonja Häsler (links) und Karin Suter-Erath (rechts). Bild: Österreichischer Badminton Verband

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