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Inklusionsprojekt „Paralympics 2024/2026 – „The next generation“ – Gemeinsam Talente entwickeln.

Wissenstransfer zur Unterstützung des Inklusionsprozesses in der Nachwuchsarbeit der inkludierten Sport‐Fachverbände.

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Projektidee
Ziel des Österreichischen Paralympischen Committees ist es, mit Hilfe dieses Projekts, seinen Mitgliedern paralympisches Knowhow und Expertise in Form von Workshops zur Verfügung zu stellen. Das Projekt wird vom Bundes-Sportförderungsfonds (BSFF) unterstützt und von der Universität Wien wissenschaftlich begleitet.
Vor dem Hintergrund der internationalen Entwicklung möchte das ÖPC seine Fachverbände bei der Umsetzung der Inklusion im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention und des Nationalen Aktionsplans Behindertengleichstellung unterstützen. Auch das Internationale Paralympische Commmittee verfolgt den inklusiven Weg und strebt danach, dass die 9 Sportarten - Biathlon, Gewichtheben, Ice Sledge Hockey, Langlauf, Leichtahtletik, Rollstuhl-Tanz (derzeit nich paralympisch ausgetragen), Schießen, Schwimmen, Ski Alpin (inklusive Snowboard) -, die derzeit noch vom IPC verwaltet werden, bis 2022 unabhängig und selbständig werden.


Inklusion in den Mitglieds-Fachverbänden
Das ÖPC ist sich bewusst, dass Inklusion ein langfristiger Prozess ist. Er passiert nicht von heute auf morgen, sondern erfordert langfristige Konzepte und Strategien. Jeder Verband steht dabei vor individuellen Herausforderungen, verfügt über unterschiedliche Voraussetzungen, Strukturen und Ressourcen und ist bereits mehr oder weniger aktiv in der Inklusionsarbeit tätig. Aus diesem Grund wurde gemeinsam mit dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien ein Online Fragebogen entwickelt, um zu erfragen, wie sich die Situation hinsichtlich Inklusion in den Mitglieds-Fachverbänden gestaltet. Entsprechend der Angaben der Online-Befragung wurde die Gestaltung der Inhalte der Workshop-Reihe geplant.

Die Inklusions-Workshop-Reihe

Im Rahmen von 2 Workshop-Tagen wurden die gewünschten Themen von ExpertInnen präsentiert. Unter Punkt Modul 1 und unter Punkt Modul 2 finden Sie die Vortragsinhalte des ersten und des zweiten Workshops als PDF zum Download.

1. Dr. Maria Dinold, Kathrin Wychera, Bakk. - Einführung in das Thema und kurzer Überblick über die Ergebnisse der Online Umfrage.

Maria DinoldDr. Mag. Maria Dinold ist Assistenzprofessorin am Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport der Universität Wien, Abteilung Bewegungs- und Sportpädagogik. Sie ist für die wissenschaftliche Evaluierung des Projekts verantwortlich.
Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in Theorie und Praxis von Inklusion und Adaptation bei Bewegung, Spiel, Sport und Tanz (schulisch und außerschulisch). Maria Dinold war Vizepräsidentin der International Federation Adapted Physical Activity (IFAPA) und ist derzeit Vizepräsidentin von ICSSPE (International Council of Sport Science and Physical Education). Sie hat langjährige Praxis- und Forschungserfahrung – speziell auf dem Gebiet Tanz und kreative Bewegung für behinderte und nicht behinderte Menschen.

Kathrin WycheraKathrin Wychera, Bakk. arbeitet seit Oktober 2016 als selbständige Sportwissenschafterin bei Quality Movement, einer Gemeinschaftspraxis mit PysiotherapeutInnen und SportwissenschafterInnen. Kathrin ist Sportwissenschafterin, Diplomschilehrerin und studiert im Moment das Masterstudium Trainingstherapie am Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport der Universität Wien. Im Rahmen des Studiums absolviert sie das Forschungspraktikum bei Dr. Maria Dinold und unterstützt sie bei der wissenschaftlichen Evaluierung des Projekts.


 2. Mag. Petra Huber - Ist-Stand – Strukturen international.

Petra HuberMag. Petra Huber ist seit 2001 Generalsekretärin des Österreichischen Paralympischen Committees und verfügt über umfassende Erfahrung als Sportmanagerin. Sie war bereits bei vielen nationalen und internationalen Sportorganisationen in diversen Funktionen tätig. Unter anderem war sie Chef de Mission bei den Paralympics in PEKING 2008, in VANCOUVER 2010, in LONDON 2012 und in SOCHI 2014. 2006 und 2007 arbeitete Sie im Organisationskomitee zur Olympia/Paralympics Bewerbung für Salzburg 2014 mit. Von 2008 bis 2017 engagierte sie sich als Vorstandsmitglied im Europäischen Paralympischen Committee. Aktuell ist sie als Vizepräsidentin bei der ASKÖ, als Vorstandsmitglied bei European Women and Sport und als Mitglied der Strategiekommission Olympia/Paralympics RIO 2016, PYEONGCHANG 2018, TOKYO 2020 tätig.


 3. Ing. Markus Traxler - Ist-Stand - Strukturen national.

Markus TraxlerIng. Markus Traxler ist ausgebildeter Wirtschaftsingenieur und TÜV zertifizierter Qualitätsmanager. Aufgrund seines familiären Umfeldes (Sohn eines Versehrtensport Pioniers) ist er mit dem Behindertensport aufgewachsen und hat, seit er denken kann, jede Entwicklung live mitverfolgt. Seit 2005 führt er als Präsident und Geschäftsführer den Niederösterreichischen Versehrtensportverband, erfolgreichster Landesverband des ÖBSV. Neben der Funktion des Geschäftsführers leitet er das Scouting und ist auch als Berater für sehr viele SportlerInnen tätig. Seine technische Ausbildung erlaubt es, ihm auch Entwicklungsarbeit in den Bereichen Sportorthopädie sowie Sonderbauten zu leisten.


 4. Alexander Keck - a) Paralympische Behinderungsgruppen/ Klassifizierung. b) Ausbildungsmöglichkeiten national und international.

Alexander KeckParalympic Headcoach Schwimmen London 2012, Rio 2016; Trainer Andreas Onea; staatliche geprüfter Schwimmtrainer;staatlich geprüfter Athletiktrainer mit Schwerpunkt Kondition & Koordination; Trainingsplanung, Trainingssteuerung, Biomechanische Leistungsdiagnostik.


 5. Prof. Hans Holdhaus - Wissenschaftliche Unterstützung der paralympischen SportlerInnen.

Hans HoldhausProf. Hans Holdhaus ist seit 1982 – seit der Gründung – Direktor des IMSB Austria - High Performance Center und auch untrennbar mit dem Institut verbunden. Im IMSB Austria arbeiten Sportmediziner, Sportwissenschafter, Ernährungswissenschafter, Labordiagnostiker, Physiotherapeuten und Masseure in einem Haus, um eine optimale sportmedizinische Leistungsdiagnostik, Trainingsempfehlung und individuelle Beratung sicherzustellen.Prof. Holdhaus ist Mitglied in vielen nationalen und internationalen Kommissionen, Berater von österreichischen und internationalen Fachverbänden sowie vom Österreichischen Behindertensportverband und Betreuer bei Olympischen Spielen. Als “Anti-Doping-Experte” sind seine Erfahrungen weltweit gefragt.


 6. Mag. Gerhard Pukl - Behinderungsspezfische Anforderungen der Leistung und Bewegung im Behindertensport.

Gerhard PuklMag. Gerhard Pukl, ist seit Kindheit an eng mit dem Schwimmsport verbunden. Sein Studium der Sportwissenschaften absolvierte er in Graz und spezialisierte sich hier schon auf die Themen Bewegungs- und Trainingswissenschaften bzw. den Schwimmsport. Praktische Erfahrungen sammelte er über viele Jahre als Trainer zahlreicher österreichischer Spitzenschwimmer- und TriathletInnen. Im Rahmen seiner beruflichen Laufbahn arbeitete er als sportwissenschaftlicher Leiter in einem der größten Fitnessstudios in Österreich und für diverse Gesundheitseinrichtungen/-zentren, wo er auch für zahlreiche Gesundheits-/Präventionsprojekte verantwortlich war. Neben der Arbeit im Leistungssport konnte er durch die sportwissenschaftliche Diagnostik in allen Bereichen des Sports (Freizeit-/Breiten-/Gesundheits-/Leistungssport) Erfahrung sammeln. Seit April 2016 ist er selbständiger Sportwissenschafter und unterrichtet u. a. an der Bundessportakademie Graz im Rahmen der österreichischen Instruktor-/Trainerausbildung mit den Schwerpunkten Biomechanik, Bewegungslehre und Trainingslehre (hier im speziellen computergestützte Trainingsplanung/-dokumentation). Im Team Onea ist er für biomechanische Analysen und Entwicklungen sowie alle trainingswissenschaftliche Belange (Trainingsplanung/-steuerung/-dokumentation…) zuständig.


7. Andreas Onea - Entwicklung der Paralympics im Schwimmsport aus Sicht des Athleten Andreas Onea

Andreas OneaAndreas Onea verlor im Alter von 6 Jahren bei einem Autounfall, im Jahr 1998, seinen linken Arm. Um nach seinem Umfall seine Lebensqualität zu steigern, nahm er als Reha-Maßnahme Schwimmeinheiten im Reha-Zentrum Weißer Hof in Klosterneuburg. Was als Therapie anfing, wurde über die Jahre hin zu Leistungssport, mit den Höhepunkten im Gewinn von 7 Silber- und Bronzemedaillen bei WM und EM und drei Teilnahmen bei Paralympics, mit dem Gewinn einer Bronzemedaille in RIO 2016 als größtes Highlight seiner Karriere. Derzeit steht er in den Vorbereitungen für die WM 2017 in Mexiko. Neben seiner Leistungssportkarriere ist er auch als Moderator beim ORF tätig.


 

 

1. Dr. Burkhart Huber – Rehabilitation und was kommt danach.

Burkhart Huber LRPrim. Dr. Burkhart Huber ist Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, Notarzt. Nach dem Turnus Ausbildung zum Facharzt an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie Innsbruck, mit Schwertpunkt Wirbelsäulenchirurgie, septische Knochenchirurgie und Kindertraumatologie, seit 2012 ärztlicher Leiter des AUVA Rehabilitationszentrum Häring. Seit Antritt regelmäßig durchgeführte Trainingskurse der Wintersportler im RZ Häring. Seit TURIN 2006 österreichischer Teamarzt bei den Winter-Paralympics. Seither Teilnahme an den Paralympics und zahlreichen Weltmeisterschaften und Weltcupveranstaltung. Verantwortlich für die ärztliche Betreuung der Paralympics. Teamarzt des österreichischen Biathlonnationalteams.


 2. Patrick Mayrhofer - Orthopädietechnik: Materialien und technische Hilfsmittel im Alltag und im Sport.

Patrick MayrhoferPatrick Mayrhofer arbeitet seit 2013 als Produktexperte für das Medizintechnik Unternehmen Ottobock in Wien. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf Internationalen Produktschulungen für Orthopädietechniker sowie die Weiterentwicklung von Prothesen in der oberen Extremität. Patrick Mayrhofer fuhr bereits neun Jahre lang begeistert Snowboard, als er 2008 bei der Arbeit einen Stromschlag erlitt und ihm daraufhin die linke Hand amputiert werden musste. Außerdem wurden bei dem Unfall seine Beinmuskulatur und die Finger der rechten Hand geschädigt. Im Para-Snowboard Weltcup debütierte Mayrhofer 2013/14 im spanischen La Molina, dem Ort, an dem er dann 2015 auch zum ersten Mal an der IPC Para-Snowboard-Weltmeisterschaft teilnahm und in der Disziplin Banked Slalom die Goldmedaille gewann. Der Gesamtweltcupsieger (Saison 2014/15 und 2015/16) bereitet sich derzeit auf seine ersten Paralympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang/Südkorea vor.


 3. Dr. Jürgen Schwittai - Die Zukunft der Klassifizierung auf der Grundlage des IPC Athlete Classification Code 2015 und Handlungsempfehlung für nationale Strategien.

Jürgen Schwittai

Dr. Jürgen Schwittai ist Arzt und arbeitet im öffentlichen Dienst im Bereich der Rehabilitation.
Seit 1996 ist er internationaler Klassifizierer für das Segeln. Er hat das Klassifizierungssystem für das Segeln mitentwickelt. Viele Jahre war er Head of Classification. Seit 2015 ist er Mitglied des IPC Classification Committee.


4. Dr. Sabine Radtke - Nachwuchsgewinnung und -förderung im paralympischen Sport. Ein internationaler Systemvergleich unter Berücksichtigung der Athleten-, Trainer- und Funktionärsperspektive.

Sabine Radtke LRProf. Dr. Sabine Radtke besetzt seit Oktober 2015 die im Department Sport & Gesundheit an der Universität Paderborn neu geschaffene Professur „Inklusion im Sport“. Nach dem Studium der Sportwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Soziologie und Erziehungswissenschaft an den Universitäten Tübingen, Helsinki (Finnland) und Berlin schloss sie ihr Erstes Staatsexamen 2001 an der Freien Universität Berlin ab und wurde 2006 an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. In den Jahren 2001 bis 2015 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin, als Post-Doc Research Fellow an der University of Stirling (Schottland) sowie als externe Lehrbeauftragte an der Deutschen Sporthochschule Köln beschäftigt, bevor sie von 2013 bis 2015 als Vertretungsprofessorin an der Justus-Liebig-Universität Gießen den Bereich Sozialwissenschaften im Sport verantwortete. Im Bereich der universitären Lehre setzte Sabine Radtke die Implementierung des Themas Inklusion in die Ausbildung der Sport-Lehramtsstudierenden um. In der Forschung fokussiert sie den außerschulischen Sport und ist Expertin für Strukturanalysen im paralympischen Sport, wobei sie bevorzugt eine international vergleichende Perspektive einnimmt. In ihrem zuletzt publizierten Buch setzt sie sich mit der Nachwuchsgewinnung und -förderung im internationalen Vergleich auseinander. In ihrem aktuellen vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderten Forschungsprojekt untersucht Sabine Radtke Anforderungen und Bewältigungsprozesse im paralympischen Nachwuchsleistungssport unter besonderer Berücksichtigung der Vereinbarung von Schule und Leistungssport. Dabei wird u. a. ein Vergleich zwischen den Bedingungen an Regelschulen vs. Eliteschulen des Sports vorgenommen.


Die Initiative dient als Impulsgeber zur gemeinsamen Entwicklung nationaler Konzepte, die zukunftsfähig sind, die top‐down umgesetzt werden und versucht Ressourcen und Aufgaben zu bündeln, damit die Inklusion der betreffenden Sportarten in die jeweiligen Sport‐Fachverbände systematisch passiert und Strukturen und Knowhow nachhaltig verankert werden.

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Fotos: © ÖPC

 

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