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Ankylose
Die Ankylose ist der medizinische Fachausdruck für eine vollständige Gelenksteife. Diese kann bedingt sein durch Verknöcherung des Gelenkspalts oder durch Veränderungen der Gelenkkapsel. Häufig handelt es sich um eine entzündliche Destruktion.
Arthrogrypose
Arthrogryposis multiplex congenita (AMC). Bei AMC handelt es sich um eine frühkindliche Entwicklungsstörung im Mutterleib, infolgedessen es zu einer gestörten Muskelentwicklung kommt, welche eine funktionsgerechte Ausformung der Gelenke behindert. Das äußere Erscheinungsbild wird durch eine unterschiedlich stark ausgeprägte Gelenksteife bestimmt, wobei in leichten Fällen nur einzelne Gelenke betroffen sind, in schweren Fällen fast alle Gelenke der Gliedmaßen und die Wirbelsäule.
Ataxie
Ataxie ist in der Medizin ein Oberbegriff für verschiedene Störungen der Bewegungskoordination. Ursache meist Schädigungen des Gehirn oder Rückenmarks.
Häufige Formen:
Rumpfataxie – Unfähigkeit gerade zu sitzen
Standataxie – Unfähigkeit zu stehen
Gangataxie – breitbeiniges unsicheres Gangbild
Athetose
Die Athetose ist der medizinische Fachbegriff für unwillkürliche, sich langsam abspielende, ausfahrende Bewegungen von Händen oder Füßen, die meist mit einer Überdehnung der betreffenden Gelenke einhergehen.
Babinski Zeichen
Der Reflex ist nach dem polnisch-französischen Neurologen Joseph Babinski benannt. Mit diesem Reflex kann getestet werden, ob Hirn- oder Rückenmarksschädigungen vorhanden sind. Der normale Fußsohlenreflex antwortet bei Bestreichen des äußeren Fußrandes mit einer Greifbewegung. Liegt eine Schädigung vor, kommt es hingegen zu einer Großzehenstreckung und zu einer Kleinzehenbeugung.
C1-C7
Erster bis siebenter Wirbel der Halswirbelsäule. Pars cervicalis – Halswirbelsäule.
Cauda-Equina Syndrom
Als Cauda-equina-Syndrom (Cauda-equina-Kompressions-Syndrom) wird eine Kombination mehrerer neurologischer Ausfallsstörungen bezeichnet, die auf einer massiven Quetschung der Cauda equina beruhen. Symptome können zum Beispiel sein: Rückenschmerzen, die bis über das Knie in einen oder beide Unterschenkel ausstrahlen; sensible Störungen im Gesäß- und Oberschenkelbereich oder Motorische Ausfälle im Bein- und besonders im Fußbereich. Die Cauda equina (lat. Pferdeschwanz) erstreckt sich vom unteren Ende des Rückenmarks (bei Erwachsenen in etwa auf Höhe des ersten Lendenwirbels) bis zum Kreuzbein. Es handelt sich dabei um pferdeschweifartig angeordnete Nervenwurzeln.
Cerebral
Mit „Cerebral“ bezeichnet man in der Biologie und Medizin zum Gehirn gehörende Strukturen.
Cerebrale Parese, Cerepralparese
Cerebrale Parese ist eine Beeinträchtigung des Bewegungsablaufs und mangelnde Muskelkontrolle aufgrund von Schädigungen eines oder mehrerer Steuerzentren im Hirn.
Chorea
Die Chorea ist ein Symptom mehrerer Krankheiten, die das Hirn betreffen. Typisch sind (überwiegend im Wachzustand) unwillkürliche, plötzliche, rasche, unregelmäßige Bewegungen der Gliedmaßen, des Gesichtes, des Halses und des Rumpfes, die sowohl in Ruhe als auch während willkürlicher Bewegungen auftreten.
Diparese
Als Diparese bezeichnet man eine unvollständige Lähmung des gleichen Körperabschnittes (z.B. beide Arme).
Diplegie
Der Begriff Diplegie bezeichnet die vollständige beidseitige Lähmung des gleichen Körperabschnittes (z.B. beide Arme).
Dysdiadochokinese
Bei der Dysdiadochokinese ist die Fähigkeit verloren gegangen, rasch aufeinander folgende Bewegungen, beispielsweise die Ein- und Auswärts-Drehung des Unterarms auszuführen.
Dysmelie
Eine Dysmelie ist eine angeborene Fehlbildung einer oder mehrerer Gliedmaßen, also der Arme, Hände, Beine oder Füße. Sind alle vier Gliedmaßen betroffen, spricht man von Tetraamelie.
Dysmetrie
Dysmetrie bezeichnet eine Störung von willkürlichen Bewegungsabläufen. Es kommt zu Bewegungen, die entweder zu kurz angesetzt oder über das Ziel hinausschießend durchgeführt werden (danebengreifen).
Dyssynergie
Unter Dyssynergie versteht man das gestörte Zusammenspiel von verschiedenen Muskelgruppen.
Dystonie
Bei der Dystonie (altrgr. dys- „schlecht“, „falsch“; tonos „Spannung“) handelt es sich um eine Gruppe von Bewegungsstörungen, deren neurologischer Ursprung in den motorischen Zentren im Gehirn liegt. Meist äußern sich Dystonien in Verkrampfungen und Fehlhaltungen, z. B. des Kopfes.
Hemiparese
Hemiparese bezeichnet die unvollständige Lähmung einer Körperseite (Einseiten- oder Halbseitenlähmung).
Hemiplegie
Eine Hemiplegie ist die vollständige Lähmung einer Körperseite. (Einseiten- oder Halbseitenlähmung).
Hereditäre motorisch-sensible Neuropathien (HMSN)
Hereditäre motorisch-sensible Neuropathien, abgekürzt HMSN, sind eine Gruppe vererbter und chronisch voranschreitender Nervenkrankheiten (Neuropathien), die nur die peripheren Nerven und überwiegend deren motorischen Anteil erfassen. Gemeinsames Merkmal ist die rumpffern beginnende, sich allmählich zentral ausbreitende Schwäche mit begleitendem Muskelschwund.
Hoffmann-Tinel Zeichen
Elektrisierendes Gefühl beim Beklopfen eines geschädigten Nervs. Benannt ist es nach Paul Hoffmann (1884–1962, Physiologe in Freiburg) und Jules Tinel (1879–1952, Neurologe in Paris). Der Nervenstamm des geschädigten Nervs wird mit dem gestreckten Mittelfinger beklopft. Dabei entstehen an der Verletzungsstelle Parästhesien (Kribbeln, Prickeln, Jucken, elektrisierendes Gefühl).
Hypertonie
Hypertonie bezeichnet einen erhöhten Spannungszustand der Muskulatur.
Klonus
Unter einem Klonus (von griechisch: klonos, „heftige Bewegung“) versteht man unwillkürliche, rhythmische Kontraktionen von Muskeln bzw. Muskelgruppen vergleichbar mit einem Krampf.
L1-L5
Erster bis fünfter Wirbel der Lendenwirbelsäule. Pars lumbalis – Lendenwirbelsäule.
Läsion
Als eine Läsion (von lateinisch laesio ‚Verletzung‘) wird eine Schädigung, Verletzung oder Störung einer anatomischen Struktur oder physiologischen Funktion bezeichnet.
Monoparese
Als Monoparese bezeichnet man eine unvollständige Lähmung einer Gliedmaße oder eines Gliedmaßen Abschnitts.
Monoplegie
Als Monoplegie wird die vollständige Lähmung einer Gliedmaße oder eines Gliedmaßen-Abschnitts bezeichnet.
Multiple Sklerose (MS)
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der die Markscheiden (= Myelinscheiden = elektrisch isolierende äußere Schicht der Nervenfasern) im Zentralen Nervensystems (ZNS) angegriffen sind.
Die Symptome können sehr vielfältig sein und umfassen zum Beispiel: Beeinträchtigungen der Berührungsempfindung in einem oder mehreren Gliedmaßen; Mono oder Paraparese; Sehstörungen; Schwindel; abnorme Ermüdbarkeit. Die Ursache dieser Erkrankung ist trotz großer Forschungsanstrengungen noch nicht geklärt. Die Krankheit ist nicht heilbar, jedoch kann der Verlauf durch verschiedene Maßnahmen oft günstig beeinflusst werden.
Muskeldystrophien
Muskeldystrophien sind angeborene Erkrankungen der Muskulatur. Eine Störung im Aufbau und/oder der Stoffwechselprozesse der Muskeln führen zu einem fortschreitenden Schwund an Muskelmasse und zunehmender Schwäche.
Muskeltonus
Als Muskeltonus bezeichnet man die Eigenspannung der Skelettmuskulatur.
Paraplegie
Der Begriff Paraplegie bezeichnet die vollständige Lähmung beider Beine.
Parese
Eine Parese (griech. „Erschlaffen“) ist eine unvollständige Lähmung.
Periphere Nervensystem
Das periphere Nervensystem (PNS) umfasst den Teil des Nervensystems, der außerhalb des Gehirns und Rückenmarks gelegen ist.
Plegie
Unter einer Plegie versteht man eine vollständige Lähmung der Skelettmuskulatur.
Plexus brachialis
Der Plexus brachialis (lat. „Armgeflecht“) ist ein Geflecht aus den Ästen der Rückenmarksnerven der Segmente C5–TH1. Aus ihm gehen die Nerven für Schulter, Brust und Arm hervor. Bei einem Abriss des Plexus brachialis kommt es zu einer vollständigen Lähmung der Muskeln der oberen/vorderen Gliedmaßen und zu einem Totalausfall der Sensibilität. Bei Teilabrissen kommt es zu charakteristischen Teilausfällen am Arm.
Poliomyelitis - Polio
Die Poliomyelitis kurz Polio, deutsch Kinderlähmung, ist eine von Polioviren hervorgerufene Infektionskrankheit, die die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks befällt und zu bleibenden Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen kann.
Proximal
Proximal bedeutet in der Medizin „zum Rumpf hin gelegen oder zum Rumpf hin verlaufend.“
S1-S5
Erster bis fünfter Wirbel des Kreuzbeins. Os sacrum – Kreuzbeinwirbel.
Skoliose
Unter einer Skoliose versteht man eine Seitabweichung der Wirbelsäule von der Längsachse mit Rotation (Verdrehung) der Wirbel um die Längsachse.
Spastik, Spasmus, Spasmen – (Spastizität Grad 1-4)
Die Begriffe Spastik bzw. Spastizität beschreiben eine in typischer Weise erhöhte Eigenspannung (Tonus) der Skelettmuskulatur, die immer auf eine Schädigung des Gehirns oder Rückenmarks zurückzuführen ist. Zur Beurteilung der Spastizität verwendet man folgende Skala.
Skala zur Beurteilung der Spastizität
  • Grad 0: Normal - kein erhöhter Tonus
  • Grad 1: Mild – leichte Tonuserhöhung oder minimaler Widerstand am Ende des Bewegungsausmaßes
  • Grad 2: Mäßig – stärker ausgeprägte Tonuserhöhung durch die meisten Anteile des Bewegungsweges, die betroffenen Gliedmaßen sind aber leicht beweglich
  • Grad 3: Schwer - erhebliche Erhöhung des Tonus, passive Bewegung ist schwierig
  • Grad 4: Extrem – keine passive Bewegung möglich
Spina bifida
Eine Spina bifida ist eine Neuralrohrfehlbildung (Neuralrohr - embryonale Anlage des Zentralen Nervensystems) in der dritten bis vierten Schwangerschaftwoche, die unterschiedliche Ausprägungen haben kann und sich entsprechend unterschiedlich schwer auswirkt. Mögliche Beschwerden reichen von geringen Beeinträchtigungen der Gehfähigkeit bis hin zu Querschnittlähmungen mit gestörter Blasen- und Darmfunktion. Meist staut sich im Zusammenhang mit einem offenen Rücken Hirnwasser in den Hirnwasserkammern auf (Wasserkopf). Spina bifida heißt übersetzt "gespaltener Dornfortsatz". Im Deutschen ist „Wirbelspalt" oder „Spaltwirbel“ üblich.
Sympathische Nervensystem
Das sympathische Nervensystem oder der Sympathikus ist neben dem Parasympathikus und dem Darmnervensystem ein Teil des vegetativen Nervensystems. Zielgewebe des Sympathikus sind vor allem die glatte Muskulatur der Blutgefäße und Drüsen. Wie die übrigen Anteile des vegetativen Nervensystems steuert der Sympathikus lebenswichtige Vorgänge. Diese Regulation erfolgt weitgehend ohne bewusste Wahrnehmung und kann kaum willentlich beeinflusst werden. Der Sympathikus bewirkt insgesamt eine Leistungssteigerung des Organismus. Er versetzt den Körper in hohe Leistungsbereitschaft, bereitet ihn auf Angriff oder Flucht oder andere außergewöhnliche Anstrengungen vor.
Tetraparese
Als Tetraparese bezeichnet man eine unvollständige Lähmung aller vier Gliemaßen.
Tetraplegie, Quadriplegie
Die Tetraplegie bzw. Quadriplegie ist die vollständige Lähmung aller vier Gliedmaßen, meist nach Verletzung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule.
TH1-TH12
Erster bis zwölfter Wirbel der Brustwirbelsäule. Pars thoracica– Brustwirbelsäule.
Verringerte Muskelkraft
Der Muskelfunktionstest nach Vladimir Janda ist eine Untersuchungsmethode, die über die Kraft einzelner Muskeln oder Muskelgruppen, die eine funktionelle Einheit bilden, und über das Ausmaß von Läsionen peripherer motorischer Nerven Auskunft gibt.
Janda beschreibt die Muskelkraft mittels sechs Grundstufen. Jeder Grundstufe ist ein spezieller Prozentwert der maximalen Muskelleistungsfähigkeit zugeordnet.
Bewertungsstufen:
  • Stufe 5 "N (normal)": Volle, normale Muskelkraft (100 % der Norm), normal kräftiger Muskel, bedeutet nicht, dass der Muskel in allen Funktionen normal ist (z. B. Ermüdbarkeit)
  • Stufe 4 "G (good)": Circa 75 % der normalen Muskelkraft, d.h. mittelgroßer Widerstand kann in vollem Bewegungsausmaß gegen die Schwerkraft überwunden werden.
  • Stufe 3 "F (fair)": Circa 50 % der normalen Muskelkraft, d.h. die Bewegung kann gegen die Schwerkraft in vollem Bewegungsmaß ausgeführt werden.
  • Stufe 2 "P (poor)": Circa 25 % der normalen Muskelkraft, d.h. Ausführung der Bewegung in vollem Bewegungsausmaß möglich, jedoch nicht gegen die Schwerkraft.
  • Stufe 1 "T (trace)": Spur einer Anspannung; circa 10 % der normalen Muskelkraft.
  • Stufe 0 "Z (zero)": Beim Bewegungsversuch keine Muskelkontraktion möglich.
Wartenberg-Zeichen
Das Wartenberg-Zeichen (nach Robert Wartenberg) ist eine Möglichkeit zur Feststellung einer Verletzung des Rückenmarks. Dabei haken der Arzt und der Patient die Finger (II-V) einer Hand krallenartig ineinander. Dann ziehen beide fest an. Wenn sich der Daumen des Patienten zur Hand hin bewegt und gleichzeitig beugt, spricht dies für eine Schädigung.
Zentrale Nervensystem
Die im Gehirn und Rückenmark gelegenen Nervenstrukturen definiert man als Zentrales Nervensystem (ZNS).

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