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Biathlon wurde für Menschen mit körperlicher Behinderung in INNSBRUCK 1988 eingeführt. Ab 1992 nahmen AthletInnen mit Sehbehinderung an den Wettkämpfen teil. Die ersten Biathlon-Bewerbe, bei denen Medaillen für Damen und Herren vergeben wurden, fanden bei den Paralympics in LILLEHAMMER 1994 statt.

Die Sportart orientiert sich an den Regeln des Internationalen Biathlon Verbandes.

Die große Attraktivität im Biathlon liegt in der Kombination von Ausdauer- und Präzisionsleistung. Je nach Bewerb laufen die AthletInnen eine 2,5 km oder 2 km Schleife drei bis fünf Mal. Die LäuferInnen kommen dabei zwei bis vier Mal zu den Schießständen. Es werden jeweils fünf Schüsse liegend auf eine zehn Meter entfernte Zielscheibe abgegeben. Jeder Fehlversuch wird entweder mit Strafminuten geahndet oder es muss eine Strafrunde von 150 m absolviert werden.

Besonderheit

Die Technik macht es möglich

Abbildung Biathlon-Technik
© Allianz
Die Athleten schießen mit Hilfe eines Infrarot-Systems, das dem sehbehinderten Schützen ermöglicht, mit dem Gehör zu zielen. Dabei sendet die Zielscheibe ein Infrarotsignal aus, welches in ein Tonsignal umgewandelt wird. Je näher der Gewehrlauf das Zentrum der Zielscheibe anvisiert, desto höher wird der Ton (Tonhöhen von 235 bis 833 Hz).

Der Guide

Abbildung Guide
© Allianz
LangläuferInnen mit Seheinschränkungen bestreiten die Wettbewerbe gemeinsam mit einem Guide und tragen eine Augenbinde. Der vorausfahrende Guide hat die Aufgabe, den AthletInnen durch möglichst genaue Ansagen, die Richtung zu weisen. So beschreibt dieser beispielsweise die Krümmung einer Kurve anhand des Ziffernblattes einer Uhr. Der Ruf „Links auf neun“ kündigt eine 90 Grad Kurve nach links an. „Rechts auf eins“ steht für eine leichte Kurve nach rechts.

 

Am Schießstand

Abbildung Schießstand
© Allianz

BiathletInnen mit einer Beeinträchtigung laufen ohne Gewehr und schießen im Liegen. Das Gewehr bleibt immer am Schießstand. AthletInnen mit einem Arm oder ohne Arme bekommen Unterstützung, indem ihnen das Gewehr am Schießstand von den TrainerInnen übergeben wird. Außerdem dürfen die SportlerInnen eine spezielle Auflage benutzen, auf welcher die TrainerInnen das Luftgewehr platzieren.

 

Spezielle Anpassungen am Gewehr

Abbildung Gewehr
© Allianz
Im paralympischen Biathlon werden die klassischen Biathlon-Luftgewehre verwendet. AthletInnen, die den Abzug nicht wie üblich mit den Fingern betätigen können, dürfen Verlängerungen (Drähte, Schnüre oder Stäbe) montieren, die es ihnen erlauben, den Lade- und Schießvorgang selbständig auszuführen.

 

Das "Crack-System"

Die verschiedenen Behinderungsklassen werden mittels Verwendung des „Crack-Systems“ (Faktor entsprechend der Behinderungsklasse, der in die Zeit mit eingerechnet wird) aneinander angeglichen, sodass die Leistungen der AthletInnen trotz unterschiedlicher Schwere der Behinderungen direkt vergleichbar und spannende Rennen garantiert werden können.

Bewerbe

Bewerb

 

Gesamtlänge

Rundenlänge

Rundenanzahl

Schießstand

Strafe

Sprint Herren 7,5 km 2,5 km 3 2x 150 m Strafrunde
Damen 6 km 2 km
Mittlere Distanz Herren 12,5 km 2,5 km 5 4x 150 m Strafrunde
Damen 10 km 2 km
Verfolgung Herren 12,5 km 2,5 km 5 4x 150 m Strafrunde
Damen 10 km 2 km
Individual Herren 15 km 3 km 5 4x 1 Minute Strafzeit
Damen 12 km 2,5 km

Verwaltung

Klassifizierung

Grundsätzlich können innerhalb aller Sportklassen drei Hauptkategorien unterschieden werden. Die stehenden Klassen, die sitzenden Klassen und die Klassen der SportlerInnen mit Sehbeeinträchtigung.

Klasse

LW2-9 stehende Klassen
LW10-12 sitzende Klassen
B1-B3 Klassen der SportlerInnen mit Sehbeeinträchtigung

Klasse

Beschreibung

LW2 AthletInnen mit Behinderung an einem Bein, laufen mit zwei Skiern und zwei Stöcken, Prothesen sind erlaubt: z.B. einseitig Oberschenkelamputierte, ausgeprägter Kraftverlust in einem Bein
LW3 AthletInnen mit Behinderungen an beiden Beinen, laufen mit zwei Skiern und zwei Stöcken, Prothesen sind erlaubt: Doppelunterschenkelamputierte, reduzierte Muskelkraft, Ataxie, Athetose
LW4 AthletInnen mit Behinderung an einem Bein, laufen mit zwei Skiern und zwei Stöcken, Prothesen sind erlaubt: einseitig Unterschenkelamputierte, Doppelvorfußamputierte (proximal zu den Mittelfußknochen), Beinlängendifferenz von mindestens sieben Zentimeter, Ataxie, Athetose
LW5/7 AthletInnen mit Behinderung an beiden Armen, laufen auf zwei Skiern, aber ohne Stöcke (Benützung von Stöcken nicht möglich), Prothesen sind nicht erlaubt: Doppelarmamputierte, Dysmelie beider Hände
LW6 AthletInnen mit Behinderung eines Armes, laufen mit zwei Skiern und ein Stock (Benützung von zwei Stöcken nicht möglich), Prothesen sind nicht erlaubt, der betroffene Arm muss am Köper fixiert werden: Amputation eines Arms über dem Ellbogen
LW8 AthletInnen mit Behinderung eines Armes, laufen mit zwei Skiern und einem Stock (Benützung von zwei Stöcken nicht möglich), Prothesen sind nicht erlaubt, der betroffene Arm darf den Stockarm nicht unterstützen: Amputation eines Arms unterhalb des Ellbogens
LW9 AthletInnen mit Kombination von Behinderungen in Armen und Beinen, laufen mit der Ausrüstung ihrer Wahl, zwei Skiern und einem oder zwei Stöcke: schwere Behinderung in Armen und Beinen, d.h. Amputation oder vergleichbar (einseitig, diagonal oder eine Kombination mehrerer Gliedmaßen)
LW 10 AthletInnen mit Funktionsverlust in beiden Beinen und ohne funktionale Sitzbalance, benötigen im Langlaufschlitten Armlehnen zur Unterstützung beim Sitzen, Bewegungen über die Grundposition hinaus sind nicht möglich
LW 10,5 AthletInnen mit Funktionsverlust in beiden Beinen und minimaler bis grenzwertig adäquater Sitzbalance, benötigen keine Armlehnen im Langlaufschlitten, Bewegungen über die Grundposition hinaus sind nicht möglich
LW 11 AthletInnen mit Funktionsverlust in beiden Beinen und minimaler bis grenzwertig adäquater Sitzbalance, benötigen keine Armlehnen im Langlaufschlitten, Bewegungen über die Grundposition hinaus sind möglich
LW 11,5 AthletInnen mit Funktionsverlust in beiden Beinen und minimaler bis grenzwertig adäquater Sitzbalance, benötigen keine Armlehnen im Langlaufschlitten
LW 12 AthletInnen mit Funktionsverlust in beiden Beinen und minimaler bis grenzwertig adäquater Sitzbalance, benötigen keine Armlehnen im Langlaufschlitten
B1 AthletInnen mit voller Erblindung – Keine Lichtempfindlichkeit auf beiden Augen bis zu Lichtempfindlichkeit, jedoch unfähig, Umrisse oder eine Hand in irgendeiner Entfernung oder Richtung wahrzunehmen.
B2 AthletInnen mit sehr starker Sehschwäche – Von der Fähigkeit, die Umrisse einer Hand zu erkennen bis zum Sehvermögen von 2/60 und/oder einem Gesichtsfeld von weniger als 5 Grad.
B3 AthletInnen mit starker Sehschwäche – Von einem Sehvermögen über 2/60 bis zu 6/60 und/oder einem Gesichtsfeld von mehr als 5 Grad und weniger als 20 Grad.

Multimedia

  • 01 Michael Kurz copyright OEPC Franz Baldauf
  • 02 Michael Kurz copyright OEPC Franz Baldauf
  • 03 Michael Kurz copyright OEPC Franz Baldauf
  • 04 copyright Olga Murenko - www.murenko.de

 

Kurze Videos über die Sportart auf Englisch

Highlights der Sportart bei den Paralympics SOCHI 2014

Video Highlights der Sportart bei den Paralympics SOCHI 2014

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